Toskana

Toskana

Text: Philipp Zweng

Video: Matthias Aletsee


An einem mit Wolken verhangenem Freitag hole ich meine zwei Kumpels Flo und Thia gegen 14:00 Uhr vor Ihrer Haustür ab und packe sie in den Amarok. Jede Menge an Foto- und Videomaterial muss dazu allerdings vorher noch verstaut werden. Auch Henrik stößt mit seinem Sohn Ben zu uns und ab geht es über den Fernpass in Richtung Süden. Später sammeln wir noch Thomas und Erna an der Rosenberger Raststätte vor Innsbruck ein und wir fahren in einem dreier Konvoi über den Brenner am Gardasee vorbei in Richtung Bologna.


Der Plan ist, über die Berge in die Toskana zu fahren. Mittels der App „Camp4Night“ finden wir einen Prima Stellplatz, genau gegenüber des ersten Tracks. Wir machen nur eine schnelle Brotzeit mit Bergkäse, Landjäger und ein paar Halben, nachdem wir unsere Foxwing und unsere Liegen positioniert haben.

Am Morgen gibt’s die bei Flo und mir mittlerweile obligatorischen Spiegeleier zum Frühstück. Thia und Erna kochen in der Zwischenzeit Kaffee. Die Aussicht von unserem Camp ist herrlich, nur das Wetter macht uns ein Strich durch die Rechnung und wir ahnen bereits, dass der erste Track um ein paar Grad schwerer sein wird als geplant. Bereits nach den ersten 100 Metern heißt es Luft aus den Reifen lassen. Der Amarok dreht auf allen Vieren durch und Schlamm fliegt meterhoch durch die Luft. Und da wir den Weg nicht Verunstalten wollen, wird ein
passender Baum gesucht und die Warn Zeon in Betrieb genommen. Bugholes und Felsen wechseln sich ab, der Track bringt jede Menge an Herausforderungen mit sich. Bei trockenen Bedingungen wäre der Track deutlich einfacher. Oben am Wegekreuz angekommen, wenden wir unsere Amaroks und fahren zurück und stellen wieder einmal fest, dass der gleiche Weg in die umgekehrte Richtung andere Herausforderungen bereithält.

Auf der SP121 wieder angekommen, fahren wir ein kleines Stück weiter und biegen auf die SP58 ein und folgen dieser lediglich für ca. 3km um auf den nächsten Track zu kommen.


Vorbei an 2 kleinen Weihern geht es auf Schotter, durch Schlamm, diversen tiefen Auswaschungen und Flußdurchfahrten in Richtung Castel San Pietro Terme.


Hier geht es zum Tanken und Stephan mit Diana in ihrem LR Discovery 4 stoßen zu uns. Leider verlassen uns Henrik und Ben kurz darauf, Henrik hat eine fiese Grippe erwischt und tritt die Heimreise an.


Wir machen uns nun auf die Suche nach einem geeignetem Camp und werden schnell fündig. Es stehen Burger vom Weber Q auf dem Speiseplan.

Der nächste Tag bringt leider ein paar weniger positive Überraschungen mit sich. Ein paar der geplanten Tracks konnten nicht befahren werden, da Verbotsschilder die Weiterfahrt verhinderten. Also wird über MotionX und LeadNav eine neue Route gesucht und scheinbar auch gefunden, doch leider war der Weg ohne ihn zu verwüsten nicht fahrbar, da dieser einfach komplett aufgeweicht war und dazu noch schräg am Hang verlief. Wir wollen ja schließlich wieder kommen und beim nächsten Mal nicht noch mehr Verbotsschilder vorfinden.

Somit beschlossen wir ein paar Kilometer Richtung Sonne hinter uns zu brigen und haben uns auf den Weg in Richtung Florenz gemacht.

Übernachtet wurde im Hotel Boccioleto Resort und Spa in Montaione für 52 Euro das Zimmer inkl. Frühstück und Benutzung des Wellnessbereichs.

So wurde jede Pore vom Schlamm befreit und die ein oder andere Flasche Rotwein zu regionaler Küche entkorkt.

Nun führte das Navi uns in die Gegend um San Miniato, hier nehmen wir diverse Tracks durch Wälder und über Wiesen unter die Räder, es findet sich immer wieder ein neuer Pfad der offenbar frei befahrbar ist. Die Bauern und Waldarbeiter grüßen uns freundlich und es war ein paar Tage voller Genuss Offroaden mit der ein oder anderen Schlüsselstelle. Allerdings mussten wir feststellen, dass eine Alufelge gebrochen ist und auch ein Reifen Luft verliert. So beschließen wir ein Lager am Fluss zu errichten und Thomas und ich fahren und organisieren
einen neuen BFG AT KO2 bei Pneumatici e Revisioni srl in San Miniato. Als das erledigt war, wird wieder der Weber ausgepackt und eine Büffellende am Stück gegrillt und auf den Punkt serviert. Danke an Martin Raith für die Super Qualität, das war ein echter Leckerbissen!

Im Anschluss wurde das Lagerfeuer entfacht und in gemütlicher Runde über Alu vs. Stahl Felgen gefachsimpelt.

Am Morgen gibt’s den Klassiker, Kaffee und Eier mit Speck und nach dem das Lager zusammengeräumt und aller Müll eingeladen war, ging es über die Crete Senesi ins Val dÓrcia weiter. Auch über die sanften Hügel der klassischen Toskana Landschaft finden sich Wege abseits von Teer und Asphalt und hinter jedem Hügel tat sich einer neuer und wunderschöner Ausblick auf. Auf einem Kamm mit Blick zu
Sonnenuntergang und zu Sonnenaufgang wurde ein neues Lager errichtet. Es stehen italienische Bratwürste „Salsiccia“ und Hähnchenschenkel auf der Overlandspeisekarte die kurz darauf auf dem Weber landen.

Unser nächstes Ziel heiß Roccamare von dort aus wollen wir weiter nach Orbetello. Wir entscheiden uns einen Campingplatz aufzusuchen, um uns vom Staub zu befreien. Pizza und Meer passt an diesem Abend einfach herrlich zusammen. Wir verbummeln den nächsten Vormittag am Strand oder machen noch das ein oder andere Workout. Heute Nachmittag steht uns eine Inselrundfahrt auf schmalen, ausgesetzten Schotterpfaden bevor.

Herrliche Ausblicke und strahlend blauer Himmel belohnen unsere Anfahrt nach Orbetello und Monte Argentario.

Unsere Reise neigt sich dem Ende zu und wir trennen uns für ein paar Stunden, da Stephan und Diana noch nach Pisa möchten, um sich den schiefen Turm anzusehen. Wir machen mit unseren Amaroks derweil Strecke in den Cinque Terre Nationalpark, verlassen somit die Toskana und suchen noch eine Piste, die teilweise leider wegen Bauarbeiten gesperrt ist, jedoch war der Anfangsteil gut und unsere zwei Ausreiser stoßen am Nachmittag wieder zu uns. Die Lage unseres letzten Camps war ein absoluter Traum. Hoch über den Küstendörfern der Cinque Terre mit Ausblick aufs Meer.


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