Montenegro Albanien

Über Montenegro nach Albanien


Text: Sebastian Faust       

Video: Philipp Zweng



Wir sind früh um kurz nach 7 gestartet. Zunächst ging es noch ein Stück entlang der kroatischen Küste, dann aber direkt zur Autobahn, um auf direktem Weg in Richtung Albanien zu rollen. Nach dem Grenzübergang nach Bosnien gab es schon die ersten neuen Eindrücke für uns. Das nächste Ziel hieß Montenegro auch hier verlief der Grenzübertritt ohne Probleme. In Montenegro dann wahnsinns Eindrücke von den tollen Menschen aber besonders auch von der Landschaft einfach unbeschreiblich. Nach einem guten Stück auf Aspalt ging es in die Berge und damit auch in den Offroad-Einstieg. Nach den ersten 50 m dann das erste Hindernis, ein Schneefeld zum Glück ließ sich dieses nach kurzem Windeneinsatz gut überqueren. Kurze Zeit später schlugen wir auf nicht ganz 1800 m Höhe unser Nachtlager auf.

 

Nun ging es weiter durch Montenegro, das Gebirge ist sehr weitläufig man kann Kilometer weit auf einer Höhe fahren vorbei an viele kleine Hütten, deren Bewohner komplette Selbstversorger sind. Nach dem wir dann ein kleines Stück durchs Tal gefahren sind und unter anderem an dem alten Lkw vorbei kamen, ging es wieder Berg auf vorbei an einer Kilometer langen Autobahnbaustelle. Die Baustelle war komplett in chinesischer Hand inklusive riesiger Wohnlager und eigenen Maschinen aus Fernost. Auf einer Anhöhe mit super Blick in die Landschaft haben wir unser Nachtlager aufgeschlagen.

 

Am nächsten Morgen sind wir früh gestartet, um weiter durch das Gebirge Montenegros in Richtung Albanien zu fahren. Es ging erst steil Berg ab, quer durch ein Ebene mit kleinen Häusern, dann wieder steil Berg auf. Wieder versperrten uns Schneefelder den Weg. Die ersten Schneefelder konnten wir ohne größere Probleme überwinden, leider standen wir dann vor einem Schneefeld das ohne größeren Aufwand oder Schäden nicht zu überwinden war und so mussten wir heute das erste Mal umkehren. Es ging also wieder zurück und dann über Aspalt ins Tal durch die Stadt Podgorica in Richtung albanische Grenze. Der Übertritt verlief ohne Probleme, wir haben in dem ersten kleineren Ort unsere Vorräte aufgefüllt, Geld geholt und eine albanische Telefonkarte gekauft, um wieder erreichbar zu sein. Nun ging es durch den Theth Nationalpark ins Gebirge. Unterhalb des Ortes Theth haben wir direkt am Fluss unser Nachtlager aufgeschlagen und uns alle im etwa 14°C kaltem Bergfluss abgekühlt und frisch gemacht.

 

Wir sind morgens nach dem Frühstück in Theth gestartet und flussabwärts gefahren, der Weg war teils sehr grobsteinig und stellenweise auch nass und matschig. Immer wieder gab es beeindruckende Blicke auf den teils reißenden Fluss. Im Tal haben wir die regionale Küche ausprobiert und super gegessen. In der Stadt Shkodra haben wir Sprit und unsere Vorräte wieder aufgefüllt. Auf dem Weg in die Berge bei der Suche nach einem Übernachtungsplatz konnten wir noch drei Albanern mit einer Reifenpanne helfen. Unser Nachtlager haben wir diesmal hinter einem kleinen Bauernhaus aufgeschlagen. Der Bewohner war sehr freundlich und hat sich gefreut, es war kein Problem für ihn, dass wir uns dort für eine Nacht niederlassen.

 

Am Morgen wurden wir wie auch die letzten Tage von der Sonne geweckt. Zudem hat uns eine Schildkröte besucht 🐢. Nach dem Frühstück ging es wieder auf die sehr holprige Piste durch das Gebirge in Richtung Koman-Stausee, leider mussten wir im kleinen Bergdorf Bené feststellen das der von Google angezeigte Weg ein mehr schlecht als rechter Trampelpfad ist. Somit hieß es umdrehen und den ganzen Weg nach Shkodra zurück 🤷‍♂️. Von hier ging es dann über Aspalt in Richtung Stausee, dort haben wir schon mal die Tickets für die Fähre am nächsten Morgen gekauft und sind dann auf den direkt am Staudamm gelegenen Campingplatz. Hier gab es regionale Küche und wir worden gleich unter „Amarok“ gebucht. Nun heiß es nur noch sich frisch machen und dann zeitig ins Bett.

 

Früh aufstehen, um dann kurz vor acht vom Campingplatz zum Fähranleger aufzubrechen. An der Fähre angekommen, war schon das Beladen ein Erlebnis. Aber auch die Fähre selbst sollte man sich lieber nicht so genau anschauen 😅. Wir genossen die etwa dreistündige Fahrt über den Koman-Stausee. Es war wirklich beeindruckend, wie abgelegen und nur vom Wasser aus erreichbar in den hohen Bergen entlang des Sees, Einheimische ihre Hütten und Häuser errichtet haben. An manchen Passagen des Koman-Stausees hatte man das Gefühl in einem norwegischen Fjord zu sein. Am Ende angekommen und sicher die Fähre verlassen, ging es direkt wieder in die Berge über ein gut 15 km langes anspruchsvolles Schotter-Stück. Darauf folgte zum Entspannen ein längerer Abschnitt Asphalt bis es wieder auf Schotter weiter ging. Wohl bemerkt eine offizielle Straße, die aber teils nicht breiter wie unsere Amaroks war. Im Tal direkt am Fluss haben wir einen schönen Platz gefunden, wo wir unser Lager aufschlagen konnten.

 

Vom Nachtlager am Fluss ging es hoch in die Berge bis auf knapp 1800 Meter quer durch den Lura Nationalpark. Die Wege waren anspruchsvoll, grobe Steine, tiefe Pfützen und teils sehr ausgefahren. Aber es hat sich allein wegen der Aussicht und der Landschaft gelohnt. Auf der anderen Seite wieder unten angekommen, ging es in der Stadt um unsere Vorräte auffüllen und zu tanken. Von dort ging es einige Kilometer über Asphalt, bis es durch ein kleines Dorf wieder ins Gelände ging. Etwas oberhalb haben wir dann auf einer kleinen Wiese unser Lager aufgeschlagen.

 

Am nächsten Tag ging es über recht gute Schotterpisten weiter in Richtung Süden. Später wechselten wir auf Asphalt und machten etwas Strecke gut. Zwischendurch ließen wir in Korce an einer Straße mit diversen Autowaschständen unsere Autos waschen. Am Nachmittag waren wir in der Nähe von Petran in den dortigen warmen Quellen baden. Oberhalb dieser Quelle haben wir auf einer kleinen Wiese unser Nachtlager aufgeschlagen.

 

Morgens ging es weiter über schmale geschotterte und teils sehr ausgefahrene Wege. Nach circa 20 km stießen wir an einer schmalen Felswand auf einen Deutschen der mit seinem Motorrad unterwegs war. Er war aufgrund einer defekten Kupplung gestürzt und konnte nicht mehr weiter. Ihm ging es soweit gut, außer einem Schock fehlte ihm offensichtlich nichts. Wir verstauten sein Gepäck in eines unserer Autos, luden ihn ein und nahmen ihn mit in den nächsten größeren Ort. Sein Motorrad mussten wir zurücklassen, da wir keine Möglichkeit hatten es zu transportieren. Nachdem wir nochmal unsere Wasservorräte aufgefüllt hatten, ging es für uns nach einer kurzen Strecke auf Asphalt ein letztes Mal in die Berge. Die Auffahrt war schmal und das Gestein grob und sehr lose, bis es in ein Flussbett ging, das sich Meter tief in den Felsen gefressen hatte. Es war einfach atemberaubend. Wir waren so begeistert, dass wir uns spontan entschieden hier unser Camp aufzuschlagen.

 

Heute hieß es Abschied nehmen von den Bergen, nach dem Frühstück ging es weiter das Flussbett hinab durch ein kleines Bauerndorf weiter über Schotter richtig Süden. Nach etwa zwei Stunden Fahrt über eine teils nochmal anspruchsvolle Schotterpiste war es soweit, wir konnten das Meer sehen, aber nun hieß es noch gut 1100 Höhenmeter ab nach unten. Das letzte Stück, der Weg in die Gjipe Bay war nochmal sehr grob und anspruchsvoll, aber es hat sich gelohnt, ein toller Strand, klares Wasser einfach herrlich.
Leider mussten wir nur feststellen, dass die Bucht kein Geheimtipp mehr war, sondern mittlerweile die Touristen per Schiff den Tag über dort abgeladen wurden.😐🤷‍♂️ Dennoch war es ein schöner Tag ☀️ 🏝 🌊 😊

 

Am Morgen ging es entlang der albanischen Küste Richtung Norden, quer durch Montenegro und Bosnien bis nach Kroatien. Bakari hat die lange Fahrt einfach verschlafen. Einen schönen Platz haben wir in Podaca gefunden, mehrere Terrassen mit Stellplätzen und einer Treppe bis runter an den Kiesstrand direkt an der Adria. Dort haben wir alle zusammen zum Abschluss nochmal gegessen und den Abend genossen. 

 

Hier trennt sich unser Overlandteam, die einen zieht es auf die Abenteuer & Allrad, die anderen fahren noch an einen anderen Strand, um die Seele noch einen Tag baumeln zu lassen.


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